Wen ich nicht wählen werde

Wen ich nicht wählen werde

Ich werde nicht wählen, wer in seinem (ohnehin nicht vorhandenen) Programm Bauamnestien und Flat Taxes verspricht und damit verständnisvoll denen zuzwinkert, die Steuern hinterziehen und illegal bauen. Dieser Mann tritt jetzt schon zum siebten Mal an, es reicht. Ich werde nicht wählen, wer mit den Schultern zuckt, wenn er hört, dass in unserem Land in jeder einzelnen Sekunde drei Quadratmeter Land zubetoniert werden. In den letzten drei Jahrzehnten wurden jedes Jahr zehn Kilometer Küste vom Bauwahn verschlungen, und der Staat hat ein Dreifaches seiner durch die Bauamnestien erzielten Einnahmen dafür ausgegeben, die von den illegalen Bauten zugestellten Gebiete zu urbanisieren. Schluss mit dem illegalen Beton! Oh Bel Paese, wo wirst du nur enden? Und ihr, meine lieben Nachbarn und Mitbürger, wollt ihr wirklich wieder diese Gestalten ins Parlament schicken, die uns ruinieren? Ich werde nicht wählen, wer illegales Bauen als Notwendigkeit hinstellt. Die einzige Notwendigkeit bei uns ist, dass endlich von der Bildfläche verschwindet, wer die Macht durch Lügen, Illusionen und falsche Versprechungen zu erlangen versucht.

elezioniUnd Schluss mit den Unwahrheiten rund um ein unhaltbares Wachstum. Schluss mit den Wunden, die wir der Erde zufügen, mit Glyphosat-Äpfeln und ungarischem Speck, Schluss mit Monsanto und respektlosen Weltkonzernen, mit Turbo-Landwirten und mit Leuten, die nicht verstehen, dass über 30 Millionen Übernachtungen in Südtirol-Alto Adige auch mal genug sein können. Oder 60.000 Gästebetten im Fassatal. Nein, ich werde nicht wählen, wem nicht das Wohlergehen unserer Täler, unserer Pässe, unserer Landschaften, unserer MutterVater Erde am Herzen liegt. Das Wohlergehen dieses Landes, das erst durch Minen und Kanonenkugeln beschädigt wurde und dann unterworfen, beleidigt und vergewaltigt. Dieses Land, das für uns alle da ist. Das einzige, das wir haben. Und apropos Krieg: Wer den glorifiziert, ist ein Feigling, der auf einen Krieg unter den Armen spekuliert, die als Migranten zu uns kommen, und den „reinen“ Italienern, die schon hier sind. Ich werde nicht wählen, wer von Rassen spricht und von „echten“ Lombarden und Venetern und Ladinern. Wirklich echt ist nur die weit verbreitete Ahnungslosigkeit. Und daher wähle ich nicht, wer beleidigt und respektlos ist, wer hetzt und nicht zuhört, wer dem Nächsten ins Wort fällt und wer nicht einmal weiß, was gutes Benehmen überhaupt bedeutet. Der Vorsitzenden von Fratelli D’Italia ziehe ich eine afrikanische Schwester vor. Und nicht nur, weil ich Feminist bin.Ich werde Kandidaten wählen, die von Liebe sprechen. Ich werde Kandidaten wählen, die von Solidarität und Mut sprechen. Vom Mut, die Dinge beim Namen zu nennen. Ich werde wählen, wer den Ökonomen Stieglitz zitiert, von dem wir lernen können, dass das moderne Wirtschaften das Leben zerstört, auch wenn „die Sache den Menschen ziemlich gleichgültig ist, denn niemand will etwas bemerken“. Ich werde wählen, wer für den Philosophen und Ökonomen Latouche ist, der sich für eine notwendige Koexistenz der Kulturen ausspricht, für einen „pluralen Universalismus in der Anerkennung und der Koexistenz einer Diversität, und für den Dialog zwischen diese Diversitäten“. Ich wählen, wer es mit Adriano Olivetti hält, und ich werde wählen, wer die Ursprünge des Worts Ökonomie kennt. Wer dagegen glaubt, das Ökologie etwas für Marsmenschen ist, der bleibe mir vom Leibe. Ich werde Kandidaten wählen, die Mozart lieben, die die Schönheit zum größten Gut überhaupt erheben, die Bob Dylan kennen und seiner rauen Stimme lauschen, die von der Harmonie zwischen dem Menschen und der Erde erzählt.

Und ich werde nicht wählen, wer behauptet, „sich zur Verfügung zu stellen“, weil es eine Ehre sei, dem Staat zu dienen. Die Doppelstaatsbürgerschaft ist eine explosive Mine. Ich will nichts zu tun haben mit denen, die von Wachstum und Entwicklung sprechen, ohne sich selbst je wirklich entwickelt zu haben.

In jedem Fall aber werde ich wählen.

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